Winzerbrunnen in Worms

Ein Bronzering mit plastisch geformten Szenen erzählt „von der reichen Weinkultur, der mühevollen Weinbergarbeit, den Traditionen und der Frohlebigkeit des Wonnegaus“, sowie den „ biblischen, historischen, mythologischen Wurzeln“ des Weinbaus. Über eine Mittelsäule mit Keramikfliesen sprudelt kein Wein, sondern Wasser in einen Ring aus Bronzeblech auf eine Natursteinplatte. (Zitate aus Hochbauamt Formblatt Register Nr. 3).

Den Stand bildet ein Betonsockel, die Krönung auf der Mittelsäule das Stadtwappen in Form eines Drachens mit Weintraube im Fang.

Gustav Nonnenmacher erschuf 1983 den Winzerbrunnen in der Kämmererstraße.

Zur Ausgangssituation bedeckten kompakte dunkelgraue Kalkkrusten, zum Teil mit biologischer Auflagerung, zum Teil in Form dünner, schleierhafter, Beläge die Keramikfliesen. Sie wurden leicht angequollen und mechanisch entfernt, Trichter und die Zuleitungen von Schlamm, Unrat und biologischen Auflagerungen befreit.

Brüchige Fugenmörtel mit gerissenen Flanken führten zu eindringender Feuchtigkeit, Verschiebung der Fliesen und zur Neigung der Säule. Sie wurden beräumt und neu aufgebaut. Zwei Dehnfugen sollen zukünftig Spannungen verringern.

Mehrere große Ausbrüche an den Fliesen wurden versäubert, mit Ergänzungsmasse geschlossen und im Stil der Umgebung retuschiert.

Undichtigkeiten an der Tischplatte beschädigten die Sockelbemalung. Salzverkrustungen, Schmutz, biologischen Anlagerungen und aufgeweichte Farbresten wurden entfernt. Vor Verkitten der Fehlstellen im Anschlussbereich zur Tischplatte, wurden die Stellen mit Wasseraustritt getrocknet und schließlich die Sockelbemalung neu aufgebracht.

Restauratorische Untersuchung im Prinz-Max-Palais Karlsruhe

Das Prinz-Max-Palais wurde als Altersruhesitz für den Bankier August Schmieder erbaut. Für die Umsetzung  sorgte Baurat und Architekturprofessor Josef Durm.
1884 entstand nach August Schmieders Vorgaben ein Monumentalbau mit Anklängen an die italienische Hochrenaissance und neobarocken Formen auf einem Grundstück zwischen Akademiestraße, Karlstraße und Stephanienstraße, im Gebiet des ehemals gräflich Langstein‘schen Gartens in Karlsruhe.
Das Gebäude durchlief im Lauf seiner Geschichte starke Veränderungen. Die Schauseiten nach Süden und Osten sind durch vertikal gegliederte Mittelrisalite betont. Es bestand ursprünglich aus zwei Hauptgeschossen, einem Souterrain und einem Halbgeschoss auf Dachhöhe.
Obergeschoss und Dachgeschoss fassen 4 kräftig kannelierte Säulen zusammen, die im Erdgeschoss auf Ostseite von Atlanten-Hermen gestützt werden, südseitig sind die Säulen durch eine rustizierte Loggia verlängert. Die beiden Fensterachsen rechts und links der Risalite waren im Obergeschoss durch Nischen mit Standfiguren unterbrochen. Weitere 16 liegende oder stehende Figuren in der Dachzone hoben die mittigen Geschossaufsätze hervor.
Um im Süden und im Osten einen Vorgarten zu ermöglichen, setzte man das Gebäude etwas von der Straßenflucht zurück. Dadurch wurden die Seitenwände der Nachbarhäuser sichtbar, was man ostseitig durch einen „Torwegturm“, südseitig durch eine Schaufassade mit Laufgang kaschierte.
Im Südwesten schloss ein eingeschossiger Wintergarten mit Felsengrotte und Wasserkunst an das Gebäude an, der 1952 einem Neubau weichen musste.
Bereits 1899 wurde die Villa an Prinz Max von Baden verkauft. Anlass war die bevorstehende Hochzeit des Prinzen mit Maria von Cumberland, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg. Mit dem Einzug des gräflichen Ehepaars im Juli 1900, erhielt die Villa im Volksmund den Namen „Prinz-Max-Palais“.
Als Prinz Max sich aus den Regierungsgeschäften zurück zog, begann er das Haus zu vermieten und verkaufte schließlich 1928 an die Industrie- und Handelskammer, die das Gebäude nach dem Krieg, zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Bundesverfassungsgerichts wieder aufbaute. 1951 zog das Bundesverfassungsgericht für 20 Jahre in das Gebäude ein. Seine Sitzungen hielt das oberste Gericht im heutigen Veranstaltungssaal der Literarischen Gesellschaft ab.
Ende der sechziger Jahre erwarb die Stadt Karlsruhe das Gebäude und brachte dort zunächst die Pädagogische Hochschule unter. Ab 1977 wurde die Villa zum städtischen Kulturzentrum umgebaut. Dies ging erneut mit gravierenden Veränderungen im Inneren einher.

Die restauratorische Untersuchung bezog sich auf die Innenräume aller vier Geschosse, die Tordurchfahrt und die Schaufassade im Garten.

 

 

Bleistiftskizzen im Tabaktrockenschuppen Rheinstetten

Die Reichsanstalt für Tabakforschung errichtete 1938 zu Versuchszwecken zwei Tabaktrockenschuppen in Rheinstetten-Forchheim. Hier wurde der Tabak in vier Tabaktrockenkammern auf sechs übereinander liegenden Gehängen durch einen darunter befindlichen Heizraum mit Heißluftheizung getrocknet. Die Trocknungsleistung dieser Anlage war deutlich höher als die der üblichen Speicher, in denen der Tabak über Wochen unter normalen Raumluftbedingungen trocknete.
Im Erdgeschoss der beiden Gebäude gibt es je einen Anlieferungsraum, in dem die örtlichen Tabakbauern/ – und bäuerinnen ihren Tabak anliefern konnten. Vermutlich wurde der Tabak in diesem Raum gewogen und bezahlt,  bevor er in die Trockenkammern kam. Scheinbar als Gedächtnisstütze, zum Teil aber auch zur Erheiterung führte man darüber auf den Backsteinen der Wände Buch, hinterließ eine kurze Botschaft, einen populären Spruch, den Namen oder eine Zeichnung.
Diese zum Teil als Merkhilfe, zum Teil der Unterhaltung dienende Graffiti aus der Nutzungszeit der 1940er Jahre ist bis heute erhalten und wurde mit einem Schutzüberzug versehen, damit sie die neue Nutzung als Café und Wohnhaus schadlos übersteht und noch lange zu bestaunen ist.
Der Überzug wurde so gewählt, dass er weder durch Veränderung des Glanzgrades, noch durch Farbvertiefung oder eine Eigenfarbe optisch wahrnehmbar ist. Er trocknet wasserunlöslich auf, um beispielsweise Schutz vor daran vorbei laufenden Leuten in nassen Regenmänteln zu bieten. Er besitzt hohes Bindevermögen bei niedriger Konzentration, ist diffusionsoffen und alterungsbeständig.

http://www.tabakschuppen.com

 

Deckengemälde im Leininger Oberhof in Grünstadt

Restauratorische Untersuchung, Entwickeln eines Restaurierungskonzepts

Das Deckengemälde im Südflügel des Leininger Oberhofs gehört zur barocken Ausstattung des Schlosses Oberhof an der Neugasse 2-6 in Grünstadt. Es entstand um 1720 und wird dem gräflichen Hofmaler Johann Martin Seekatz zugeschrieben. Dargestellt ist ein Motiv aus der griechischen Sagenwelt mit dem Titel „Orpheus vor Pluto und Proserpina in der Unterwelt“.

Im Vordergrund links sitzt ein König mit Krone und Zepter, rechts neben ihm eine weibliche Gestalt, beide mit bewegt wehenden Mänteln. Vor den beiden spielt ein Mann Violine, im Hintergrund steigt ein Dämon aus einem tosenden Fluss, während ein zweiter über ihm in der Luft schwebt. Hinter dem Musikant steht eine schemenhafte Frauengestalt am Wasser, auf dem Wasser selbst sind drei kleine nackte Wesen zu sehen, ganz rechts der Kopf eines Walfisches.

Die Szene rahmt ein blau-roter Vorhang, der links von einem Dämon mit Drachenkopf und Fledermausflügeln in die Höhe gehalten wird. Zu beiden Seiten verliert die Szenerie sich in Erde, Felsen und Botanik.

Der schwebende Baldachin inmitten der Felsenlandschaft gibt einen Einblick in die unirdische Welt dahinter und entfaltet eine weite räumliche Wirkung. Trotz der geringen Abmessungen des Gemäldes entsteht vor dem Betrachter ein kleines Bühnenbild. Hinter dem Vorhang fällt der Blick auf den tosenden Fluss Styx, die Frauengestalt am Wasser wäre als Eurydike zu interpretieren und der Violinspieler als Orpheus.

Das Gemälde war im Zuge der vielen Umnutzungen überstrichen und 1919 wieder entdeckt worden. Leider sind die „duftigen Freskofarben“, von denen die Literatur berichtet, durch eine Öltränkung unmittelbar nach der Aufdeckung verloren gegangen und in einen bräunlichen, wenig nuancenreichen Ton abgeglitten.

Trotz umfangreicher Baumaßnahmen um 1920 wurde die erneute Übertünchung untersagt und der Raum vorerst weiterhin als Schulzimmer genutzt. Baumaßnahmen, wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sahen anstelle der Unterrichtsräume ein Treppenhaus ins Obergeschoss vor. Offensichtlich gab es umfangreichen Sanierungsbedarf am Dachstuhl, so dass die Decke mit dem Deckengemälde durch eine Betondecke ersetzt wurde. Das Gemälde wurde von der alten in die neue Decke transloziert.

Auf diese Weise geschah, was heute zu sehen ist: das Gemälde ist beim Abbau zerbrochen und wurde mit großen Unebenheiten, breiten Fugen und massiven Malschichtverlusten in die neue Decke überführt. Um allzu offensichtlichen Schäden auszugleichen wurde es stark überkittet und spannungsreich übermalt.

Der barocke Holzrahmen wich einem neuzeitlichen Stuckrahmen, der nun ohne stilistische Einbindung in der glatten Betondecke sitzt. Der Betrachterstandpunkt liegt heute um ein Stockwerk tiefer, was die Erkennbarkeit des kleinen nachgedunkelten Bildes darüber hinaus erschwert.

An einigen Partien lässt sich noch die feine Licht-Schatten-Modulation und die stoffliche Ausarbeitung der ursprünglichen Malerei ausmachen. Die Secco Malerei, ausgeführt in Seifentempera, baut auf einem mehrlagigen Kreidegrund auf, alle Weißausmischungen sind in Bleiweiß ausgeführt, Smalte und Indigo erzeugen die Blautöne, verlacktes Karminrot und roter Bolus wurden in den Rottönen vermalt. Ein hauchdünn aufgetragener, transparenter Öllack schließt das Gemälde ab.

Nach der Translozierung wurde das Gemälde mit einem vielschichtigen Zaponlack-Auftrag versehen, der zu Malschichtablösungen, in Form von schüsselartigen Hebungen und Abplatzungen führte.

Marienaltar Kath. Kirche Heilig Geist in Mannheim

Katholische Kirche Heilig Geist in Mannheim
Restaurierung des Marienaltars

Die Restaurierung erfolgte in Kooperation mit Fachkolleginnen aus der Spezialisierung Ausstattung/ Gemälde, sowie einer Bildschnitzerin.

Um 1906 entstand der neugotische Marienaltar für den rechten Querhausarm der Heiliggeistkirche. Die Quellen geben Fa. Eberle & Mezger, sowie Thomas Buscher als Urheber an.
In der Mitte ist die Marienkrönung dargestellt, im Schrein links davon die „Heimsuchung“, rechts die „Heilige Familie“. Auf der rechten Flügelinnenseite als Relief „Darbringung Maria“ und im linken Flügel „Jesus im Tempel“.
Die Flügelaußenseiten sind bemalt, rechts mit der „Darbringung im Tempel“ und links mit der „Kreuztragung“. Auf der Predella ebenfalls Tafelmalerei mit Darstellung zweier Engel, umgeben von Spruchbändern und Rankenornamenten.
Den ehemals hohen Altaraufsatz ersetzen heute 8 krabbenbesetzte Fialen, das Gesprenge fehlt. Der Unterbau besteht aus einer Predella auf hölzerner rechteckiger Altarplinthe. Mittig unter dem Thron ein Tabernakel. Rahmen- und Stabwerk gliedern die Bauteile.
Die differenzierte Ausarbeitung legt besonderes Augenmerk auf die Stofflichkeit: Haare, Vorhangfransen, die feinen Federn der Flügel, Buchseiten, Getreideähren, Ornamentik am Stabwerk, sind bereits in der Schnitzarbeit angelegt und werden mit Auftrag der Fassung hervorgehoben und verfeinert.
Die Hintergründe der Altarflügel und einige Gewandsäume sind in Kreidegrund tremoliert, um die stoffliche Wirkung zu steigern. Darauf wurde vergoldet und ein Muster auf schabloniert. An versteckten Stellen zeigen sich lasierend zugezogene, teilweise noch offene Stege.
Die Ornamentik der Altararchitektur, die Hintergründe und die Leisten sind ölvergoldet, die Figuren polimentvergoldet. Musterungen oder Schattierungen wurden auf Gold und Silber gelüstert, kontrastreiche Ornamente auf schabloniert.

Neben mehreren Altrestaurierungen und gestalterischen Veränderungen zeigten sich zahlreiche Schäden:

• Verschmutzungen
Über den Staubanhäufungen an Aufsichten liegt eine dichte Rußschicht. Fest mit dem Untergrund verbunden, mattiert sie die Oberfläche, bindet weiteren Staub an sich und verflacht die Kontraste. Unter dem Baldachin des Mittelschreins ist der Effekt am stärksten, da sich dort Luftwirbel sammeln.

• Verputzungen
Während jährlich wieder kehrender Reinigungsmaßnahmen wurden Gold- und Silberpartien zu stark oder mit falschen Mitteln gereinigt. Auch während früherer Restaurierungen wurde durch zu starkes Reinigen viel Gold entfernt, wie an den Schleierbrettern, die heute ein Ockerton zusammen zieht

• Fehlende Teile, lose Teile, falsch angesetzte Teile, Risse in der Maßwerkschnitzerei durch Schwundvorgänge, Stoßeinwirkung oder Herunterfallen, gebrochene Teile, Zersplitterungen durch falsche Befestigung,
herausstehende Nägel

• Anschlagende Flügel
Aufgrund thermischer Veränderungen und falschem Positionieren ließen sich beide Altarflügel nicht mehr schließen. Das Klemmen der Flügel führte zu Abschürfungen und Ablösen einiger Elemente

• Brüchige Altkittungen

• Abblätternde Malschicht

• Schimmelbefall an den bemalten Flügelvorderseiten
zeichnete sich besonders an dunklen Partien in Form heller Flecken ab, betroffen sind jedoch die gesamten Tafeln. Ursache ist das Mikroklima, das sich bildet, wenn die Altarflügel aufgeklappt an die Wand gelehnt sind. Die Wand war längere Zeit durchfeuchtet durch ein undichtes, mittlerweile repariertes Fenster.

• Altretuschen und Überzüge
Vielerlei Retuschen waren auf den bemalten Altarflügeln zu sehen. Einige passten farblich gut, integrierten sich aber aufgrund des Glanzgrads nicht, andere passten farblich nicht. Die Retuschen zur Übermalung von Frühschwundrissen waren großflächig aufgetragen, passten annähernd und fielen nur aufgrund ihrer Mattigkeit auf.
Bräunliche Schellackläufer machten sich störend am Baldachin und dem Gesprenge über dem Mittelschrein bemerkbar.
Zu dunkle Übermalungen an den Engeln im Mittelschrein integrierten sich fast vollständig nach der Reinigung. Starke flächige und punktuelle Übermalungen mit Ölfarbe zeigten sich an der Predella. Weiterhin gab es vereinzelte Stellen mit bräunlichem glänzenden Überzug sowohl im Gemälde als auch an der Altarrahmung.
Mit Ocker retuschierte Verputzungen im Gold betreffen hauptsächlich die Verzierungen der Altararchitektur.

• Malschichtkrepierungen
Durch Feuchtigkeitseinlagerung an bindemittelreichen Partien treten weißliche Beläge auf, wodurch Binnenzeichnung und Schattenmodulationen unkenntlich werden. Da dunkle Pigmente sehr viel Bindemittel aufnehmen sind besonders diese Partien davon betroffen .

• Wachsreste
Farblose Wachsreste sammelten sich vor allem an der Predella

 

Schreibstube im Alten Rathaus Hofheim

Altes Rathaus Hofheim (1711)
Erstellen einer Musterachse

Als Rathaus konzipiert, starke Eingriffe und Umbauten im Lauf der Geschichte, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerkbauweise. Unterteilt war der Raum ehemals in die Schreibstube mit Fachwerkfassung und einem angrenzendem Archivraum mit weißem Anstrich. Aufgabe war neben der Farb- und Bauuntersuchung das Erstellen eines Sichtfensters auf die Fachwerkfassung von 1711 in der früheren Schreibstube.

Im oberen Drittel der Musterachse sind originale Farbbefunde freigelegt, durch Retuschen geschlossen und in die Rekonstruktion nach Befund eingebunden.
Der blaugraue Farbton entsteht durch die Verwendung des Pigments Rebschwarz, das im Wesentlichen aus verkohlten pflanzlichen Abfällen besteht. In Ausmischung mit Kalk entwickelt sich ein bläulicher Farbton nach dem Auftrocknen, die Farbigkeit ist den originalen Farbfragmenten im oberen Wanddrittel angeglichen. Reste originaler Fachwerkfassung sind auch an den umliegenden Flächen erhalten, werden im späteren Bestand jedoch nicht sichtbar sein.

Nachstehend einzelne Arbeitsschritte der Rekonstruktion.

Glasmosaik in der Kreisverwaltung Kaiserslautern

Amtsgebäude der Kreisverwaltung Kaiserslautern (1960)
Restaurierungsarbeiten am Glasmosaik

Das Glasmosaik wurde 1960 für die Eröffnung der neu erbauten Kreisverwaltung von den beiden Kunstmalern Matzdort und Kreutzfeld erstellt. Es nimmt die gesamte Ostwand des 6. Obergeschosses ein.

Vor stilisierten Landschafts- und Architekturdarstellungen überlagern sich vorne und mittig vier bewegte Figurenszenen mit Bezügen zum Landkreis.
Im Glasmosaik sind opake, durchscheinende, glatte, geriefte, genarbte und marmorierte Steine verbaut. Großformatig in geometrischen und unregelmäßigen Formen liegen sie breitfugig mit Zwischenräumen, die zum Teil mit andersfarbigen Splittern ausgelegt, zum Teil aber auch mit hinzu gemalten Steinen geschlossen wurden. Der braungraue Fugenmörtel enthält einen deutlichen Acrylzusatz.

Verlegegrenzen lassen sich an geradlinigen breiten Fugen erkennen, deren benachbarte Flächen mit leichtem Versatz aufeinander treffen. Die Einzelelemente wurden in der Werkstatt vorgefertigt, auf der Baustelle zusammengesetzt und durch vor Ort ausgelegte Schnittstellen verbunden. Zwischen den verlegten Einzelelementen erkennt man Niveauverschiebungen, fehlende Fugen, Aussetzungen in kleinerem Format und unebenes Oberflächenrelief.

Um das optische Zusammenwachsen der breitfugig ausgelegten Flächen zu verbessern wurde in vielen Bildbereichen das Fugennetz in der Farbe der Mosaiksteine eingetönt, störende Zwischenräume mit gemalten Steinen ausgefüllt, Steinformate vergrößert oder passgenau verändert. Unpassende Farben wurden mit Acrylfarbe übermalt.

Neben einer Nassreinigung der gesamten Bildoberfläche war eine heraus gebrochene Stelle über einer stillgelegten Rohrleitung zu restaurieren. Die umliegenden Lockerungen zogen sich bis an den oberen Bildrand und mussten durch Hinterfüllmörtel stabilisiert werden. Entfernt wurden auch zahlreiche Farbtropfen, Farbstriemen, Tesa-Film-Abschnitte und Putzrückstände von der Oberfläche.

Ursprünglich trat das Mosaik plastisch aus der Wand heraus. Unzählige Altanstriche erhöhen das Wandniveau aber mittlerweile so stark, dass die Bildoberfläche darin einsinkt. Hier wurden die Ränder nivelliert, um der Umkehrung entgegen zu wirken.